26 Die luſtigen Weiber A. II.
glaube ich, verſchiedne Plaͤtze angewieſen; denn wahrhaftig 4 ich höre, der Pfarrer ſpaßt nicht. Gebt Icht, ich will Euch erzaͤhlen, worin unſte Comödie beſtehn ſoll.
Wirth. Du haſt doch keine Schuldklage wider meinen Ritter, mein Gaſt⸗Cavalier? Fluth. Nein, auf Ehre nicht. Aker ich will Euch eine Flaſche gebrannten Sect geben, wenn Ihr mir Zutritt zu ihm
ſchafft, und ihm ſagt, ich heiße Bach; nur zum Scherz.
Wirth. Da iſt meine Hand, Roland, du ſollſt dich bei ihm präſentiren und abſentiren:— war's ſo recht?— und Bach ſollſt du heißen. Er iſt ein luſtiger Ritter. Wollt Ihr gehn, Kinder?
Schaal. Nehmt mich mit, mein Gaſtwirth.
Page. Ich höre, der Franzoſe verſteht ſich trefflich auf ſein Rapier..
Schaal. Still, Herr, davon wußt' ich ein Lied zu ſingen. Zu jetziger Zeit ſteht Ihr in einer Diſtanz, und habt Eure Menſuren, Paraden, und was weiß ich alles: aufs Herz koinmts an, Herr Page, hier ſitzt es, hier ſitzt es! Ich weiß die Zeit, da hätte ich mit meinem langen Degen vier hand⸗ feſte Burſche ſpringen laſſen wie die Ratten.
Wirth. Luſtig, Burſche, luſtig: wollen wir uns trollen?
Page. Ich gehe mit Euch. Ich hörte ſie lieber zanken
als fechten. (der Wirth, Schaal und Page gehn ab.) Fluth. Obgleich Page ein ſorgloſer Narr iſt, und ſo feſt auf ſeiner Frauen Schwachheit baut, kann ich doch meinen Argwohn nicht ſo leicht ablegen. Sie war mit ihm in Ge⸗ ſellſchaft bei der Frau Page, und was ſie da angefangen haben, weiß ich nicht. Wohlan, ich muß der Sache auf die Spur kommen: und ich weiß eine Verkleidung, um den Fal⸗ ſtaff auszuhorchen. Wenn ich ſie unſchuldig finde, ſo iſt meine Muͤhe nicht umſonſt; iſt ſie's nicht, ſo war die Muͤhe gut angewandt. Cer geht ab.)
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