Sz. 1. von Windſor. 2
Fluth. Ihr hoͤrtet doch, was der Kerl mir ſagte? Nicht?
age. Ja, und hörtet, was der andre mir ſagte?
Fluth. Glaubt Ihr, daß ihnen zu trauen ſey?
Page. Hole der Henker das Geſindel! Ich glaube nicht, daß der Ritter ſo was vor hat; aber dieſe, die ihm eine Ab⸗ ſicht auf unſre Frauen Schuld geben, ſind ein Geſpann von ſeinen ausgemuſterten Bedienten; völlige Spitzbuben, ſeit ſie außer Dienſt ſind.
Fluth. Waren das ſeine Bedienten?
Page. Freilich waren ſie's.
Fluth. Mir gefällt das Ding darum noch nicht beſſer.— Wohnt er jetzt im Hoſenband?
Page. Ja freilich. Sollte er ſeinen Cours auf meine Frau richten, ſo wollte ich ſie ihm frank und frei uberlaſſen; und was er mehr von ihr erbeutet als harte Reden, das will ich auf meinen Kopf nehmen.
Fluth. Ich habe eben kein Mißtrauen in meine Frau, aber ich möchte ſie doch nicht gern zuſammenlaſſen. Ein Mann kann auch zu ſicher ſeyn; ich möchte nichts auf mei⸗ Kopf nehmen. Ich kann mich nicht ſo leicht zufrieden eben.
Page. Sieh da, kommt hier nicht unſer ſchwadronirender Wirth zum Hoſenbande? Entweder er hat Wein im Kopf oder Geld in der Taſche, wenn er ſo luſtig ausſieht. Nun, wie gehts, mein Gaſtwirth?—
(Der Gaſtwirth und Schaal kommen.)
Wirth. Wo bleibſt du, Rodomont? du biſt ein Edel⸗ mannz Caballero Friedensrichter, komm' doch!—
Schaal. Ich komme, mein Gaſtwirth, ich folge dir.— Vielmals guten Tag, lieber Herr Page: Herr Page, wollt Ihr mit uns gehn? Wir haben einen Spaß vor.
Wirth. Sags ihm, Caballero Friedensrichter, ſags ihm, Rodomont.
Schaal. Herr, es ſoll ein Strauß zwiſchen Sir Hugh, dem waliſiſchen Prieſter, und Cajus, dem franzöſiſchen Doctor, ausgefochten werden.
Hluth. Mein lieber Herr Wirth zum Hoſenbande, ein Wort mit Euch!—
Wirth. Was ſagſt du, Rodomont?
(ſie gehn auf die Seite.)
Schaal(zu Page.) Wollt Ihr mit, und es anſehn? Unſer
luſtiger Wirth hat ihre Waffen meſſen muͤſſen, und hat ihnen,


