Teil eines Werkes 
Siebenter Theil (1832) Ende gut, alles gut
Entstehung
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352 Troilus und Creſſida. x. V.

Neunte Szene Ebendaſelbſt. (Hector tritt auf.)

Bector.

Du ganz verfaulter Kern, ſo ſchoͤn von außen,

Dein ſchmucker Panzer brachte dir den Tod.

Mein Tagwerk iſt gethan, gekuͤhlt mein Muth,

Ruh jetzt mein Schwerdt du ſchwelgteſt heut in Blut. (er legt Helm unn Schild ab.)

(Achilles kommt mit ſeinen Myrmidonen.)

Achill. Sieh, Hector, wie die Sonne ſinkt herab, Und ſchwarze Nacht auf ihren Spuren keucht: Und wenn die Sonn' im Dunkel niederſchwebt, Erliſcht der Tag, und Hector hat gelebt.

Zect. Den Waffenloſen morden, waͤr' verrucht!

Achill. Nieder mit ihm! Er iſts, den ich geſucht!

(Hector fällt.)

So Jlion fall' auch du! Troja ſtuͤrz' ein! Hier liegt dein Herz, dein Nerv und dein Gebein: Auf, Myrmidonen, ruft aus aller Macht: Achilles hat den Hector umgebracht! Horch! Ruͤckzug wird geblaſen von den Griechen!

Myr. Im Troerfeld' ertont der gleiche Schall. * Achill. Die Nacht mit Drachenfluͤgeln deckt die Flur, Und trennt die Schaaren mit dem Heroldſtab. Schlaf nun vergnuͤgt, mein halbgeſaͤttigt Schwerdt, Das gern noch mehr ſo leckern Fang verzehrt: Kommt, knuͤpft den Leib an meines Roſſes Schweife, Daß ich ihn ſo um Troja's Mauern ſchleife.

(Sie gehn ab. Es wird zum Rückzug geblaſen.)