Teil eines Werkes 
Siebenter Theil (1832) Ende gut, alles gut
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Sz. 5. Troilus und Creſſida.- 327

Und der Verwandtſchaft Heiligkeit verbietet Daß ſich der Kampf des Ruhms mit Blut entſcheide. Waͤr' Graͤcien dir und Troja ſo gemiſcht, Daß du koͤnntſt ſagen: dieſe Hand iſt griechi ſch, Und troiſch jene; dieſes Schenkels Bau Griechiſch, der troiſchz meiner Mutter Blut Rinntin derrechten Wange, das des Vaters In jener linken: beim allmaͤcht'gen Zeus! Hinweg von mir truͤgſt du kein griechiſch Glied, Dem nicht mein Schwerdt haͤtt' eingepraͤgt ein Mahl Des boͤſen Streits. Doch hindern das die Goͤtter, Daß nur ein Tropfen deines Mutterbluts, Geheiligt mir, von meinem Todesſtahl Vergoſſen ſey. Laß dich umarmen, Ajax! Bei dem der donnert, du haſt tuͤchtge Armel Gern laͤßt ſich Hector ſo von ihnen faſſen: Dir, Vetter, aller Ruhm!

Ajar. Ich dank dir, Hector! Du biſt ein Mann, zu frei und hoch geſinnt; Dich toͤdten wollt ich, Vetter, und an Ehre

Durch deinen Fall mir reichen Zuwachs erndten.

Zect. Selbſt Neoptolemus, der Wunderheld, Von deſſen Helm lauttonend Fama ruft Das iſt Er Selbſt! hegt nicht den Wahngedanken, Daß Ruhm, Hectorn entriſſen, ſeinen mehrte.

Aen. Von beiden Seiten fragt Erwartung jetzt, Was ferner Ihr beginnt?

Zect. Dieß unſre Antwort“ Der Ausgang iſt Umarmung.— Ajax, leb wohl!—

Ajax. Wenn ich Erfolg der Bitte koͤnnt' erwarten, Der ſelten mir zu Theil wird,— luͤd' ich Euch, Ruhmvoller Vetter, zu den griechſchen Zelten.

Diom. S iſt Agamemnon's Wunſch: auch Held

Achilles Mocht ohne Wehr den tapfern Hector ſehn.

Zect. Ruf meinen Bruder Troilus, Aencas, Und melde dieſen friedlichen Beſuch* Der Troer Schaar, die meiner Ruͤckkunft harrt;— Sie ſolln heimkehren.— Gieb die Hand mir, Vetter; Ich ſpeiſ' in deinem Zelt mit Euern Rittern.

Ajax. Der Herrſcher Agamemnon naht ſich uns.—