326 Troilus und Creſſida. A. W.
Stellt Euch zu unſerm Ajax: ſo wie Ihr
Und Lord Aeneas ordnen dieß Geſecht,
So ſey es: ob ein Anlauf, ob ein Gang
Auf Tod und Leben: weil die Zwei verwandt,
Iſt halb der Kampf erloſchen, eh entbrannt. Ulyſſ. Sie ſtehn ſich gegenuͤber. Agam. Wer iſt der Troer, der ſo finſter ſchaut? Ulyſſ. Des Priam juͤngſter Sohn: ein achter Ritter,
Kaum reif, ſchon unvergleichbar: feſt von Wort,
Beredt in That, und thatlos in der Rede,
Micht bald gereitzt, doch dann nicht bald beſaͤnftigt.
Sein Herz und Hand gleich offen, beide frey:
So giebt er was er hat, ſpricht was er denkt;
Doch giebt er nur, lenkt Urtheil ſeine Guͤte.
Nie adelt er durch Wort unwuͤrd'ges Denken:—
Mannhaft wie Hector, doch gefaͤhrlicher:
Denn Heetor in des Zornes Glut verſchont
Gefall ne; waͤhrend dieſer, kampfbegeiſtert,
Blutduͤrſt'ger trifft als eiferſuͤcht'ge Liebe.
Man nennt ihn Troilus, und baut auf ihn
Die zweite Hoffnung, ſtark wie Hector ſelbſtz
So ſpricht Aeneas, der den Juͤngling kennt
Ganz durch und durch, und in Geheimgeſpraͤch
Im großen Ilion mir ihn ſo geſchildert.
(Trompeten. Hector und Ajar kämpfen.)
Agam. Der Kampf beginnt.
Neſt. Nun, Ajax, halt dich brav.
Troil. Hector, du ſchlaͤfſt, erwache! Agam, Er fuͤhrt den Degen trefflich: recht ſo Ajay!
(Die Trompeten hören auf zu blaſen.)
Diom. Ihr duͤrft nicht weiter— Aen. Prinzen,*s iſt genug⸗ Ajax. Ich bin kaum warm, thun wir noch einen Gang. Diom. Wie's Hector wuͤnſcht!
Bect. Nun gut: ich will nicht weiter. Du, Fuͤrſt, biſt meines Vaters Schweſterſohn, Ein Freund und Vetter Priams großem Stamm,


