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Sz. 5. Ende gut, Alles gut. 51
Wittwe. Ich habe meiner Nachbarin erzaͤhlt,wie Ihr von Einem ſeiner Cavaliere verfolgt worden ſeyd.
Wiar. Ich kenne den Schurken, der Henker hole ihn! es iſt ein gewiſſer Parolles: ein nlchtswuͤrdiger Helfers⸗ helfer des jungen Grafen fuͤr ſolche Streiche. Nimm dich vor ihnen in Acht, Diana; ihre Verſprechungen, Lockun⸗ gen, Schwüre, Liebeszeichen, und alle dieſe Kuͤnſte der Verfuͤhrung, ſind das nicht, wofuͤr ſie ſich ausgeben: ſchon manche Jungfrau iſt durch ſie verleitet worden, und leider vermag das Beiſpiel, das uns verlorne Unſchuld ſo furcht⸗ bar aufzuweiſen hat, dennoch nicht von der Nachfolge ab⸗ zuſchrecken, ſondern ſie kleben an der Leimruthe die ihnen droht. Ich hoffe, ich brauche dich nicht weiter zu warnenz deine Tugend, hoff' ich, wird dich erhalten wo du ſtedſt, waͤre auch keine weitre Gefahr dabei ſichtbar, als der Ver⸗ luſt deines guten Rufs.
Diana. Ihr ſollt nicht Urſach haben meinetwegen in Furcht zu ſeyn.
(Helena tritt auf, als Pilgerin verkleidet.)
Wittwe. Das hoffe ich. Seht, da kommt eine Pil⸗ gerin: ich weiß ſie wird in meinem Hauſe herbergen wol⸗ len, dahin weiſen ſie ſich Einer den Andern. Ich will ſie huehn— Gott gruͤß Euch, Pilgerin; wo denkt Ihr
in?—
Hel. Zum aͤltern Sanct Jacobus:
Wo finden Pilger Wohnung? Sagt mir an!
Wittwe. Beim Franciscanerkloſter, hier am Thor.
Zel. Iſt dieß der Weg?
Wittwe. Ja wohl, das iſt er.— Horcht! (Kriegsmuſik in der Ferne.)
Jetzt nahn ſie. Wollt Ihr warten, fromme Pilgrin Bis daß der Zug voritie So zeig' ich Euch den Weg in Eu'r Quartier; Denn Eure Wirthin, muͤßt Ihr wiſſen, kenn' ich Ganz wie mich ſelbſt. Zel. Ihr ſelber ſeyd die Wirthin? Wittwe. Zu dienen, heil'ge Pilgerin. Sel. Ich dank' Euch, Und warte hier, ſo lang' es Euch beliebt. Wittwe. Ihr kommt aus Frankreich, denk' ich? Zel. Ja, von dort. 4*


