Teil eines Werkes 
Sechster Theil (1831) Titus Andronicus
Entstehung
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Sz. 3. Die Comoͤdie der Irrungen. 323

Wir wandern unter Trug und Blendwerk hier? Ein guter Geiſt entfuͤhr uns bald von hinnen!

(Eine Courtiſane tritt auf.)

Court. Willkomm', willkommen, Herr Antipholis! Ich ſeh, Ihr habt den Goldſchmied jetzt gefunden:

Iſt das die Kette die Ihr mir verſpracht?

Ant. v. S. Satan, zuruͤck! Fuͤhr' mich nicht in Ver⸗

ſuchung!

Drom. v. S. Herr, iſt dieß Maͤdchen der Satan?

Ant. v. S. Es iſt der Teufel.

Drom. v. S. Nein, ſie iſt noch was ſchlimmres, ſie iſt des Teufels Großmutter; und hier kommt ſie, und ſcheint ins Feld wie eine leichte Schoͤne, oder eine ſchoͤne Leuchte. Denn, wenn die leichten Dirnen ſagen,Gott ver⸗ damme mich, ſo heißt das eigentlich ſo viel alsGott laß mich eine Leuchte werden: denn es ſteht geſchrie⸗ ben, ſie erſcheinen den Menſchen wie leuchtende Engel: alle Leuchten aber ſind feurig, und Feuer brennt: ergo, wenn ſie zu den Leichten gehoͤren, verbrennt man ſich an ihnen: darum kommt ihr nicht zu nah.

Court. Eu'r Burſch und F ſeyd heut ſehr aufge⸗

raͤumt Kommt mit, wir eſſen noch zu Nacht ein wenig.

Drom. v. S. Herr, wenns Suppe giebt, ſo ſeht Euch nach einem langen Loͤffel um!

Ant. v. S. Warum, Dromio? Drom. v. S. Nun, mein Seel, der braucht einen langen Loͤffel der mit dem Teufel ißt. Ant. v. S. Fort, boͤſer Was ſagſt du mir von ſſen? Du biſt'ne Hexe, wie Ihr alle ſeyd; Ins Himmels Namen: Laß von mir, und geh! Court. Gebt mir den Niuz den Ihr bei Tiſch mir nahmt Oder vertauſcht die Kette fuͤr den Demant; Dann geh ich fort und fall' Euch nicht zur Laſt. Drom. v. S. Sonſt fordern Teufel wohl ein Stuͤckchen Nagel, 2