316 Die Comoͤdie der Irrungen. A. IV.
Doch halt! da iſt der Goldſchmid. Mach dich fort, Kauf mir den Strick, und bring' ihn mir nach Haus. Drom. v. K. Ich kauf'ne Rente von tauſend Pfund! Ich kauf'nen Strick!— eht ab.
(geht ab.) Ant. v. E. Der hat ſich ont gebettet, der Euch traut!
Auf Euch und Eure Kette macht' ich Rechnung Doch Kette nicht noch Goldſchmid ſind gekommen. Gelt, unſre Freundſchaſt ſchien Euch allzufeſt, Wenn wir ſie ketteten? Drum kamt Ihr nicht!—
Ang. Den muntern Scherz beiſeit, hier iſt die Note Wie viel ſie wiegt, aufs aͤußerſte Carat: Des Goldes Feinheit, und der Arbeit Kunſt: Dieß, auf und ab, macht drei Ducaten mehr, Als ich zu zahlen hab' an dieſen Herrn. Ich bitt Euch, daß Ihr ihn ſogleich befriedigt, Er muß zur See, und wartet nur darauf.
Ant. v. E. Ich habe ſo viel baares Geld nicht bei
mir
und bin auch ſonſt noch in der Stadt beſchäftigt.
Hoͤrt, Lieber, fuͤhrt den Fremden in mein Haus,
Tragt meiner Frau die Kette hin, und ſagt ihr,
Daß ſie dagegen Euch die Summe zahle:
Vielleicht auch bin ich dort ſo fruͤh als Ihr. Ang. Ihr wollt ihr alſo ſelbſt die Kette bringen? Ant. v. E. Nein, nehmt ſie mit, ich koͤnnte mich
verſpaͤten.
Ang. Ganz wohl, mein Le habt Ihr die Kette bei
uch? Ant. v. E. Hab' ich ſo werdet Ihr ſie aben; Sonſt moͤgt Ihr ohne Geld nach Hauſe gehn. Ang. Rein, jetzt in h Ernſt, Herr, gebt die ette, Denn Wind und Wetter dienen dieſem Herrn, Und leider hielt' ich ſchon zu lang' ihn auf. Ant. v. E. Der Scherz, mein Goͤnner, meint Ihr, ſoll entſchuld'gen Daß Ihr im Stachelſchwein nicht Wort gehalten? Ich ſollte ſchelten, daß Ihr uns verfehlt; Doch wie ein zankiſch Weib ſchmollt Ihr zuerſt.
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