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Tit. Dank deiner Hoheit, gnaͤd'ger Fuͤrſt, und Ihr. Dein Wort, dein Blick beleben mich aufs neu. Tam. Titus, ich bin jetzt einverleibt in Rom, Als Roͤmerin nun glucklich anerkannt, Und muß dem Kaiſer rathen fuͤr ſein Wohl. Hent ſterbe jeder Groll, Andronicus;— Und ſeys mein ſchoͤnſter Ruhm, du tapfrer Held, Daß ich mit dir die Freunde heut verſoͤhnt.— Was Euch betrifft, Prinz Baſſian, ſo buͤrgt Mein Wort und Pfand dem Kaiſer unſerm Herrn, Daß Ihr nachgiebig milder Euch betragt.— Getroſt, Ihr Herrn!— Auch Ihr, Lavinia,— Folgt meinem Rath, und reuig auf den Knie'n Erfleht Verzeihn von Seiner Majeſtaͤt. Luc. Wir thuns; und ſchworen hier vor Seiner Hoheit, Daß wir in guter Abſicht nur geſtrebt, Fuͤr unſrer Schweſter Ehr' und unſre Pflicht. Warc. Das Gleiche hier verbuͤrg' ich auf mein Wort. Sat. Hinweg, und ſchweigt; beläſtigt uns nicht mehr.— Tam. Nein, guͤt'ger Fuͤrſt, wir muͤſſen Freunde ſeyn: Marcus und ſeine Reffen knie'n vor dir; Ich will nicht Weigrung. Liebſter, komm zuruͤck. Sat. Marcus, fuͤr deinen Bruder und dich ſelbſt, Und meiner holden Tamora zu Gunſt, Verzeih' ich dieſer jungen Maͤnner Schuld. Steht auf. Lavinia, flohſt du gleich mich als'nen Knecht, Fand ich doch Gunſt, und ſchwur den hoͤchſten Eid, Ich ſchied' als Junggeſell nicht vom Altar. Kommt, hat der Pallaſt fuͤr zwei Bräute Raum, Lavinia, mit den Deinen ſey mein Gaſt.— Heut ſey ein Tag der Liebe, Tamora. Tit. Und morgen, wenn es meinem Herrn gefallt, Mit mir zu jagen Panterthier und Hirſch, Mit Horn und Hund, bring' ich den Morgengruß. Sat. Titus, ſo ſey es, und wir danken dir. (Alle ab.)
Titus Andronicus. A. I.


