Teil eines Werkes 
Sechster Theil (1831) Titus Andronicus
Entstehung
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12 Titus Ansronicus. A. 1.

Sat. Nur zu! Laß dieß leichtfertge Weib nur ziehn Mit jenem, der ſein Schwerdt fur ſie geſchwenkt! Ein tapfrer Eidam wird dir ſo zu Theil, Mit deiner Soͤhne zugelloſem Troß Unfug zu treiben im Gebiet von Rom! Tit. Wie Stacheln trifft dieß mein wundes erz! Sat. Drum holde Tamora, der Gothen Fuͤrſtin, Die gleich der ſtolzen Phoͤbe unter Nymphen Weit uberſtrahlt die ſchoͤnſten Roͤmerfrau'n: Wenn dich ſo ſchnellgetroffne Wahl vergnuͤgt, Waͤhl ich dich Tamora, als meine Braut, Und gruͤße dich als Kaiſerin von Rom. Sprich, Gothenfuͤrſtin, lobſt du meine Wahl? Dann ſchwoͤr' ich dir, bei allen Göttern Roms, Weil Prieſter und geweihtes Waſſer nah, Die Fackel flammt, und jeder heil'ge Brauch Fuͤr Hymaͤnaͤus Feier ſteht bereit: Ich will nicht wiederſehn die Straßen Roms, Noch des Pallaſtes Schwelle, fuͤhr ich nicht Als anverlobte Braut dich heim von hier. Tam. lUnd vor des Himmels Antlitz ſchwoͤr' ich Rom, Wenn Saturnin die Gothenfuͤrſtin kroͤnt, Dann wird ſie ſeiner Wuͤnſche Sclavin ſeyn, Und ſeiner Jugend Pflegerin und Mutter. Sat. Hinauf zum Pantheon, Weib! Ihr errn Folgt Eurem Kaiſer und der holden Braut, Die mir der Himmel ſelber zugeſandt, Deß Rathſchluß ihr ein beßres Gluͤck verhaͤngt: Alldort vollziehn wir der Vermählung Brauch. (Alle gehn ab, außer Titus.)

Tit. Calein.) Mich rief er nicht, zu folgen dieſer

Braut! Zitus, wann wandelteſt du einſam je, Alſo entehrt, und uͤberhaͤuft von Schmach?

(Marcus Andronicus, Lucius, Quintus und Mar⸗ cus treten auf.)

Warc. O Titus ſieh, o ſieh den boͤſen Lohn! Um ſchnoͤden Zwiſt ſchlugſt du den edeln Sohn!

Tit. Nein, thoͤrichter Tribun, nicht war's mein Sohn, Noch du, noch dieſe Stifter jener That,