Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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Sz. 4. Maaß fuͤr Maaß. 357

keiten ſicher ſtellen, die alsdann keine Kraft mehr gegen uns haben ſollen. Ang. Wohl; ich erſuch Euch, machts der Stadt bekannt: Auf naͤchſten Morgen fruͤh hohl ich Euch ab; Und theilt es allen mit, die Rang und Amt Beſfugt, ihn einzuhohlen. Esc. Das will ich Herr; ſo lebt denn wohl! Ang. Gut Nacht! (Escalus geht ab.) Die That nimmt allen Halt mir; ſtumpft den Sinn; Und laͤhmt mein Handeln. Ein entehrtes Maͤdchen! Und durch den hoͤchſten Richter, der die Strafe Geſchaͤrft! Wenn zarte Scheu ihr nicht verwehrte Den jungfraͤulichen Raub bekannt zu machen, Wie koͤnnte ſie mich zeichnen! Doch Vernunft Zwingt ſie zum Schweigen. Denn des Zutrauns Wucht Folgt ſo waltig meiner Wuͤrd' und Hoheit, Daß, wagt der Laͤſtrer einzeln dran zu ruͤhren, Er ſich vernichtet. Mocht' er leben bleiben! Doch ſeiner wilden Jugend hitzig Blut Konnt' einſt in Zukunft wohl auf Rache denken, Wenn ihm ein ſo entehrtes Leben ward Erkauft durch ſolche Schmach. Lebt' er doch lieber! Ach, wenn uns erſt erloſch der Gnade Licht, Nichts geht dann recht, wir wollen, wollen nicht! (geht ab.)

Fuͤnfte Szene. Feld vor der Stadt.

(Es treten auf der Herzog in eigner Tracht, und Bruder Peter.

Zerzog. Die Briefe bringt mir zur gelegnen Zeit; 1 Aniet ihm Briefe.) Der Schließer weiß um unſern Zweck und Plan. Die Sach' iſt nun im Gang: folgt Eurer Vorſchrift, Und ſchreitet feſt zum vorgeſetzten Ziel,