Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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344 Maaß fuͤr Maaß. A. IV.

Ich werd' Euch hier erwarten.— Eilt indeß, Die fenchte Nacht iſt nah.

Miar. Gefaͤllt's Euch, mitzugehn?

(Mariane und Iſabella ab.)

Zerz. O Groͤß' und Hoheit, tauſend falſcher Augen Haften auf dir! In Baͤnden voll Gerede Rennt falſches Spaͤhn, mit ſich in Widerſpruch, Dein Handeln an: des Witzes Fehlgeburt Macht dich zum Vater ihrer muͤß'gen Traͤume, Und zwaͤngt dich ihren Grillen ein.— Willkommen! Seyd Ihr Euch einig?

(Mariane und Iſabella kommen zurück.)

Iſab. Sie will die Unternehmung wagen, Vater,

Wenn Ihr ſie billigt. Berz. Nicht ermahn' ich nur,

Ich fordre, daß ſie's thut.

Iſab. Zu ſagen habt Ihr wenig; Nur, wenn Ihr von ihm ſcheidet, leiſ' und ſchwach:— „Gedenkt jetzt meines Bruders!—“ Mar. Fuͤrchtet nicht.

Berz. Auch Ihr, geliebte Tochter, furchtet nichts. Er iſt mit Euch vermaͤhlt durch ſein Verloͤbniß: Euch ſo zuſammenfuͤgen iſt nicht Suͤnde, Weil Eures Anſpruchs unbeſtrittnes Recht Den Trug zur Wohithat macht. Kommt, geht hinein, Wer erndten will, muß erſt den Saamen ſtreu'n.

(Gehn ab.)

——

3 w e i t e S ne Ein Zimmer im Gefaͤngniß.

(Der Schließer und Pompejus treten auf.) Schließ. Kommt einmal her, Burſch; koͤnnt Ihr wohl einem Menſchen den Kopf abſchlagen?

Pomp. Wenn der Menſch ein Junggeſell iſt, Herr, ſo kann ich's; iſt's aber ein verheiratheter Mann, ſo iſt

er ſeines Weibes Haupt; und ich kann unmoͤglich einen Weiberkopf abſchlagen.“