St Maaß fuͤr Maaß. 343
(Fſabella kommt.)
Zerz. Ich glaube Euch ohne Bedenken; die Zeit iſt da, eben jetzt. Ich muß Euch bitten, Euch auf einen Augen⸗ blick zu entfernen; ich denke, wir ſprechen uns gleich wie⸗ der, um fuͤr Euch etwas Gutes einzuleiten.
War. Ich bin Euch ſtets verpflichtet.(ab.)
Zerz. Seyd hoͤchlich mir willkomimen!—
Was hat der treffliche Regent beſchloſſen? Iſab. Sein Garten iſt umringt von einer Mauer, Die gegen Weſt an einen Weinberg lehnt; Und zu dem Weinberg fuͤhrt ein Lattenthor, Das dieſer groͤßre Schluͤſſel oͤffnen wird: Der andre ſchließt ein kleines Pfoͤrtchen auf, Das aus dem Weinberg in den Garten fuͤhrt. Dort hab' ich zugeſagt mich einzuſtellen, Grad' in der Stunde ernſter Mitternacht. Herz. Doch ſeyd Ihr auch gewiß, den Weg zu finden? Iſab. Ich merkte alles ſorglich und genau: Mit fluͤſternd und hoͤchſt fuͤndenvollem Eifer Genau vorzeichnend alles, wies er mir Zweimal den Weg. Zerz. Sind keine andern Zeichen Von Euch beſtimmt, die ſie zu merken hat?
Iſab. Rein; nur daß wir im Dunkel uns begegnen, Und ich ihm eingeſchaͤrft, nur kurze Zeit Koͤnn' ich verweilen; denn, ſo ſagt' ich ihm,
Begleiten werd' ein Maͤdchen mich dahin, Die auf mich wart', und deren Meinung ſey, Ich komm' um meinen Bruder. Berz. Wohl erdacht; Ich habe von dem allen noch kein Wort Marianen mitgetheilt.— He! Fraͤulein, kommt!—
(Mariane kommt wieder.)
Ich bitt' Euch, macht Bekanntſchaft mit der Jungfrau, Sie kommt, Euch zu verpflichten. Iſab. Ja, ſo wuͤnſch' ich's. Zerz. Vertraut Ihr mir, daß ich Euch lieb' und achte? War. Ich weiß, Ihr thut's, und hab' es ſchon erfahren. Zerz. So nehmt denn dieſe Freundin an der Hand, Und boͤrt, was ſie Euch jetzt erzaͤhlen wird.


