Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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Sz2. Maaß fuͤr Maaß.

Wsc. Ich gehe, den Gefangnen zu beſuchen. wohl!—

Serz. Friede ſey mit Euch! (Escalus und der Schließer gehn ab.)

Wem Gott vertraut des Himmels Schwerdt,

Muß heilig ſeyn, und ernſt bewaͤhrt:

Selbſt ein Muſter, uns zu leiten,

So feſizuſtehn, wie fortzuſchreiten;

Gleiches Maaß den fremden Fehlen,

Wie dem eignen Frevel waͤhlen.

Schande dem, der toͤdtlich ſchläͤgt

Unrecht, das er ſelber hegt!

Schmach, Angelo, Schmach deinem Richten,

Der fremde Spreu nur weiß zu ſichten!

Wie oft birgt inn're ſchwere Schuld,

Der außen Engel ſcheint an Huld;

Wie oft hat Schein, in Suͤnd' erzogen

Der Zeiten Auge ſchon betrogen,

Daß er mit duͤnnen Spinneweben

Das Schwerſte, Groͤbſte mag erheben!—

Liſt gegen Bosheit wend' ich nun:

Lord Angelo ſoll heute rahn

Bei der Verlobten, erſt Verſchmaͤh'ten:

So ſoll der Trug den Trug vertreten,

Falſchheit die Falſchheit uͤberwinden,

Und neu der alte Bund ſich ien ab.

341 Lebt