Teil eines Werkes 
Fünfter Theil (1831) Coriolanus
Entstehung
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Sz. 1. Maaß fuͤr Maaß. 327

Traͤgſt du den ſchweren Schatz nur Einen Tag Und Tod entlaſtet dich. Freunde haſt du keinez Denn ſelbſt dein Blut, das Vater dich begrußt, Die Wirkung deiner eignen innern Kraft, Flucht deiner Gicht, dem Ausſatz, und der Lähmung, Daß ſie nicht ſchneller mit dir enden. Du haſt zu eigen Jugend nicht noch Alter, Nein, gleichſam nur'nen Schlaf am Nachmittag, Der beides traͤumt: denn all' dein Jugendglanz Lebt wie bejahrt, und ſleht vom welken Alter Die Zehrung ſich: und biſt du alt und reich, Haſt du nicht Glut noch Triebe, Mark noch Schoͤnheit Der Guͤter froh zu ſeyn. Was bleibt nun noch, Das man ein Leben nennt? und dennoch birgt Dieß Leben tauſend Tode; dennoch ſcheu'n wir Den Tod, der all' die Widerſpruͤche loͤſt. Claud. Habt Dank, mein Vater! Ich ſeh', nach Leben ſtrebend, ſuch' ich Sterben, Tod ſuchend, find' ich Leben. Nun, er komme!— (Iſabella kommt.) Iſab. Macht auf! Heil ſey mit Euch, und Gnad' und Frieden! Schließ. Wer da? Herein! der Wunſch verdient Will⸗ 8 kommen! Herz. Bald, lieber Sohn, werd' ich Euch wiederſehn. Claud. Ehrwuͤrd'ger Herr, ich dank' Euch. Iſab. Ich wuͤnſche nur ein kurzes Wort mit Claudio. Schließ. Von Herzen gern; Herr, Eure Schweſter iſts. Zerz. Schließer, ein Wort mit Euch. Schließ. Soviel Ihr wollt.

erz. Verbergt mich, Freund, wo ich ſie ſprechen hoͤre. 5(der Herzog und der Schließer ab.) Claud. Nun, Schweſter, was fuͤr Troſt?— Iſab. Nun ja, wie aller Troſt iſt; gut, ſehr gut!— Lord Angelo hat ein Geſchaͤft im Himmel, Und ſucht dich aus als ſchnellen Abgeſandten, Wo du ihm bleibſt als ew'ger Stellvertreter. Drum ſchick dich an zur Wandrung ungeſaͤumt; Auf morgen reiſeſt du. Claud. Iſt denn kein Mittel?