Konig Richard
Wer von euch, waͤr' er eines Fuͤrſten Sohn, Vermauert von der Freyheit, wie ich jetzt, Wofern zwey ſolche Moͤrder zu ihm kaͤmen, Baͤt' um ſein Leben nicht? So wie ihr baͤtet, Waͤrt ihr in meiner Noth,—
1. Moͤrd. Bereun? Das waͤre memmenhaft und weibiſch.
Clar. Nicht zu berenn iſt viehiſch, wild und teufliſch. Mein Freund, ich ſpaͤhe Mitleid dir im Blick: Wofern dein Auge nicht ein Schmeichler iſt, So tritt auf meine Seit' und bitt' fuͤr mich. Ruͤhrt jeden Bettler nicht ein Prinz, der bittet?
2. Moͤrd. Seht hinter euch, Mylord.
1. Moͤrd.(erſticht ihn.) Nehmt das und das; reicht alles
noch nicht hin, So tauch' ich euch ins Malvaſierfaß draußen. (mit der Leiche ab..
2. Moͤrd. O blut'ge That, verzweiflungsvoll veruͤbt! Gern, wie Pilatus, wuͤſch' ich meine Haͤnde Von dieſem hoͤchſt verruchten ſuͤnd'gen Mord.
Der erſte Moͤrder koͤmmt zuruͤck.) 1. Moͤrd. Wie nun? was zuſdu⸗ daß du mir nicht 1. Bey Gott, der Herzog ſoll dein Zoͤgern wiſſen.
2. Moͤrd. Wuͤßt' er, daß ich gerettet ſeinen Bruder! Nimm du den Lohn, und meld' ihm, was ich ſage; Denn mich gerent am Herzog dieſer
ab.)
1. Moͤrd. Nicht ich; geh, feige Memme, die du biſt!— Ich will in einem Loch die Leiche bergen, Bis daß der Herzog ſie begraben laͤßt;
Und hab' ich meinen Sold, ſo will ich fort: Dies kommt heraus, drum meid' ich dieſen Ort. 4(b.)


