Teil eines Werkes 
Dritter Theil (1830) König Richard der Dritte
Entstehung
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Sz. 4. der Dritte. 29

Er braucht nicht krumme, unrechtmaͤß'ge Wege, Um die, ſo ihn beleidiat, wegzuraͤumen.

1. Mörd. Was machte dich zum blut'gen Diener denn, Als, hold erwachſend, jener Fuͤrſtenſproß, Plantagenet, von dir erſchlagen ward?

Clar. Die Bruderliebe, Satan, und mein Grimm.,

1. Woͤrd. Dein Bruder, unſte Pflicht, und dein Vergehn Berufen jetzt uns her, dich zu erwuͤrgen.

Clar. Iſt euch mein Bruder lieb, ſo haßt mich nicht: Ich bin fein Bruder, und ich lieb' ihn tren.

Seyd ihr um Lohn gedungen, ſo kehrt um, Und wendet euch an meinen Bruder Gloſter; Der wird euch beſſer lohnen fuͤr mein Leben, Als Eduard für die Zeitung meines Todes.

2. Moͤrd. Ihr irrt euch ſehr, eur Bruder Gloſter haßt euch.

Clar. O nein! Er liebt mich und er haͤlt mich werth. Geht nur von mir zu ihm.

Beide. Das woll'n wir auch. Clar. Sagt ihm, als unſer edler Vater York Uns drey geſegnet mit ſiegreichem Arm, Und herzlich uns beſchworen, uns zu lieben, Gedacht' er wenig der getrennten Freundſchaft. Mahnt Gloſtern daran nur, und er wird weinen. 1. Moͤrd. Muͤhlſteine, ja, wie er uns weinen lehrte. lar. O nein! verlumd⸗ ihn nicht, denn er iſt mild.

1. Moͤrd. Recht!

Wie Schnee der Frucht. Geht, ihr betrugt euch ſelbſt: er iſts, der uns geſandt, euch zu vertilgen.

lar. Es kann nicht ſeyn: er weinte um mein Ungluͤck, Schloß in die Arme mich, und ſchwor mit Schluchzen Mir eifrig meine Freyheit auszuwirken.

1. Moͤrd. Das chut er ja, da aus der Erde Knechtſchaft Er zu des Himmels Freuden euch erloͤſt.

2. Moͤrd. Herr, ſoͤhnt euch wir Gott⸗ denn ihr muͤßt erben.

Clar. Haſt du die heil'ge Regung in der Seele,

Daß du mit Gott mich auszuſohnen mahnſt, Und biſt der eignen Seele doch ſo blind,

du, mich mordend, Gott bekriegen willſt? Ach Leute! denkt, daß, der euch angeſtiftet Die That zu thun, euch um die That wird haſſen.

2. Moͤrd. Was ſollen wir thun?

Clar. Bereut, und ſchafft eur Heil.