18 Koͤnig Richard. A. I.
Gloſt. Verließ nicht Clarence ſeinen Vater Warwick, Ja, und brach ſeinen Eid,— vergeb' ihm Jeſus!— Warg. Beſtraf' ihn Gott!
Gioſt Um neben Eduard fuͤr den Thron zu fechten? Zum Lohn ſperrt man den armen Prinzen ein. Waͤr doch mein Herz ſteinhart wie Eduard ſeins, Wo nicht, ſeins weich und mitleidsvoll wie meins! Ich bin zu kindiſch thoͤricht fuͤr die Welt.
Warg. So fahr zur Hoͤlle, und verlaß die Welt, Du Kakodaͤmon! Dort iſt ja dein Reich.
Riv. Mylord von Gloſter, in der heißen Zeit, Woran ihr mahnt, der Feindſchaft uns zu zeihn, Da hielten wir an unſerm Herrn und Koͤnig,
Wie wir an euch es thaͤten, wenn ihr's wuͤrdet.
Gloſt. Wenn ich es wuͤrde? Lieber ein Hauſirer! Fern meinem Herzen ſey's, es nur zu denken.
Eliſ. So wenig Freunde, Mylord, als ihr denkt Daß ihr genoͤßt als dieſes Landes Koͤnig:
So wenig Freude moͤgt ihr denken auch, Daß ich genieß' als deſſen Koͤnigin.
Warg. Ja, wenig Freud' hat deſſen Koͤnigin: Ich bin es, und bin gaͤnzlich frendenlos.
Ich kann nicht laͤnger mich geduldig halten.
(Sie tritt vor.) Hoͤrt mich, Piraten, die ihr hadernd zankt, Indem ihr theilt, was ihr geraubt von mir! Wer von euch zittert nicht, der auf mich ſchaut? Beugt euch der Koͤnigin als Unterthanen, Sonſt bebt vor der Entſetzten als Rebellen.— Ha, lieber Schurke! wende dich nicht weg!
Gloſt. Was ſchaffſt du, ſchnoͤde Hexe, mir vor Augen?
Wiarg. Nur Wiederholung deß, was du zerſtort; Das will ich ſchaffen, eh ich gehn dich laſſe.
Gloſt. Biſt du bey Todesſtrafe nicht verbannt?
Warg. Ich bins, doch 3 Pein find' ich in meinem
ann, Als mir der Tod kann bringen, weil ich blieb. Den Gatten und den Sohn biſt du mir ſchuldig.— Und du das Koͤnigreich,— ihr alle, Dienſtpflicht; Dieß Leiden, das ich habe, kommt euch zu, Und alle Luſt, die ihr euch anmaßt, mir.
Gloſt. Der Fluch, den dir mein edler Vater gab, Als mit Papier die Heldenſtirn du kroͤnteſt,


