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Ausgaben. Im letzteren Stuͤck hat Schlegel noch vieles in den komiſchen Scenen von Wielands früherer Arbeit benutzt. Es iſt ſchwer, in dieſer wahrhaft geiſtreichen Weiſe viel zu ändern, wenn nicht andre Willkür an die Stelle dieſer treten ſoll. Haͤtte Wieland Vieles mit dieſer Luſt und Laune gearbeitet, ſich immer ſo um das Verſtaͤndniß des Textes bemuͤht, und das, was unuͤber⸗ ſetzlich ſchien, in ſo freiem, heiterm Sinn ergänzt, ſo wuͤrde auch jetzt noch ſein Verſuch weit mehr Lob ver⸗ dienen, als man ihm beilegen kann. Heinrich VIII. war ſchon vor Jahren einzeln gedruckt, erſcheint aber hier mit vielen Verbeſſerungen. In Viel Lärmen haben die Scenen der Wache und des Conſtabel freier und willkuͤrlicher ubertragen werden muͤſſen, wenn ſie eini⸗ germaßen dem Kauderwelſch des Originals entſprechen ſollten, als es ein aͤngſtlicher, bloß gewiſſenhafter Ueber⸗ ſetzer billigen wuͤrde. Hier muß aber jene Willkuͤr eintreten, die Schlegel im Heinrich V. ſo muſterhaft und Wieland in Pyramus und Thisbe ſo vortrefflich hat walten laſſen.
Im folgenden Theile werde ich in den Anmerkun⸗ gen etwas ausfuͤhrlicher ſeyn, und einige Worte uͤber den dramatiſchen Jamben hinzufuͤgen.


