Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1825) König Heinrich der Fünfte
Entstehung
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Sz. 7. Dritter Theil. 349

Denn noch bemerkt man kaum mich in der Welt. Zum Heben ward die Schulter mir gethuͤrmt, Und heben ſoll ſie Laſten, oder brechen. Du, bahne mir den Weg, und dieß vollbringe! R. Ed. Clarence und Gloſter, liebet mein Gemahl, Und kuͤßt den koͤniglichen Neffen, Bruͤder. Clar. Die Treu, die Euer Majeſtät gebuͤhrt,

Verſiegl' ich auf des holden Saͤuglings Lippen.

R. Ed. Dank, edler Clarence! wuͤrd'ger Bruder, Dank!

Gloſt. Daß ich den Baum, von dem du ſproſſeſt, liebe,

Bezeuge dieſer Kuß, der Frucht gegeben. *(beyſeit.)

So kuͤßt', in Wahrheit, Judas ſeinen Meiſter, Und rief ihm Heil zu, da er Unheil meynte.

R. Ed. Nun thron' ich, wie mein Herz begehrt; mir ward Des Landes Frieden und der Bruͤder Liebe.

Clar. Was iſt mit Margarethen euer Schluß? Reignier, ihr Vater, hat an Frankreichs Koͤnig Sicilien und Jeruſalem verpfaͤndet, Das ſandten ſie zur Loͤſung fuͤr ſie her. R. Ed. Fort mit ihr, ſeßet ſie nach Frankreich uͤber. Was iſt nun uͤbrig, als bie Zeit verbringen Mit ſtattlichem Gepraͤng' und luſt'gen Spielen, Geſchickt fuͤr die Ergoͤtzung eines Hofs? Toͤnt, Pauken und Trompeten! Leid, fahr hin! Wir hoffen dauerhaften Gluͤcks Vtini. (Alle ab.)