Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1825) König Heinrich der Fünfte
Entstehung
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Koͤnig Heinrich N. 31 Dritter Aufzug.

Chorus tritt auf.

So fliegt auf eingebildten Fittigen

Die raſche Szene mit nicht mind'rer Eil Als der Gedanke. Stellt euch vor, ihr ſaht Am Hampton⸗Damm den wohlverſeh'nen König Sein Konigthum einſchiffen, ſein Geſchwader

Den jungen Tag mit ſeidnen Wimpeln faͤcheln. Spielt mit der Fantaſte, und ſeht ihn ihr

Am haͤnfnen Tauwerk Schifferfungen klettern;

Die helle Pfeife hoͤrt, die Ordnung ſchafft

Verwirrten Lauten; ſeht die Leinenſegel,

Die unſichtbare Winde ſchleichend heben,

Durch die gefurchte See die großen Kiele,

Den Fluten trotend, ziehn. H, denket nur,

Ihr ſteht am Strand und ſehet eine Stadt

Hintanzen auf den unbeſtaͤnd'gen Wogen;

Denn ſo erſcheint die majeſtaͤt'ſche Flotte,

Den Lauf nach Harfleur wendend. Folgt ihr! folgt ihr!

Hakt euch im Geiſt an dieſer Flotte Steuer,

Verlaßt eu'r England, ſtill wie Mitternacht,

Bewacht von Greiſen, Kindern, alten Frau'n,

Wo Mark und Kraft noch fehlt und ſchon verging;

Denn wer, dem nur ein einzig keimend Haar

Das Kinn verziert, iſt nicht bereit, nach Frankreich

Der auserleſenen Ritterſchaft zu folgen?

Auf, auf, im Geiſt! Seht einer Stadt Belagrung,

Seht das Geſchuͤtz auf den Lavetten ſtehn,

Auf Harfleur mit den Muͤndern tödtiich gaͤhnend.

Denkt, der Geſandt' aus Frankreich ſey zuruͤck,

Und meld' an Heinrich, daß der Koͤnig ihm

Antrage ſeine Tochter Catharina,.

Mit ihr zum Brautſchatz ein paar Herzogthümer,

Gar klein und unerſprießlich. Das Erbieten

Gefaällt nicht, und der ſchnelle Kanonier

Ruͤhrt mit der Lunte nun die hoͤll'ſchen Stuͤcke, (Getuͤmmel. Es werden Kanonen abgefenert.)

Die alles niederſchmettern. Bleibt geneigt!

Eu'r Sinn ergaͤnze, was die Buͤhne zeigt.

(ab.)