Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1825) König Heinrich der Fünfte
Entstehung
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18 Koͤnig Heinrich V. A. 1l,

Denn reden kann ich, und der Hahn Piſtols Iſt ſchon geſpannt, und blitzend Feuer folgt. Mym. Ich bin nicht Barbaſon, ihr könnt mich nicht beſchwören. Ich bin im Humor, euch leidlich derb aus⸗ zupochen; wenn ihr mir Schimpf anthut, ſo will ich euch mit meinem Rappier fegen, wie ich in allen Ehren thun darf: wollt ihr mitkommen, ſo moͤchte ich euch ein bis⸗ chen in die Gedärme prickeln, wie ich nach guter Sitte thun darf, und das iſt der Humor davon.

piſt. O Prahler ſchnod', verdammnter Furienbalg! Es gähnt das Grab, und tobend Tod iſt nah; Hauch' aus die Seele drum!

Giſtol und Nym ziehen.)

Bard.(zieht.) Hoͤrt mich an, hoͤrt an, was ich ſage: wer den erſten Streich thut, dem renn' ich den Degen bis ans Gefäß in den Leib, ſo wahr ich ein Soldat bin. piſt. Ein Schwur von ſondrer Kraft, zahm wird b 4 die Furie! Gieb deine Fauſt, den Vorderfuß mir gieb; Dein Muth iſt hoͤchſt robuſt.

wym. Ich will dir die Kehle abſchneiden, uͤber kurz oder lang, in allen Ehren, das iſt der Humor davon.

piſt. So heißt es, coupe le gorge? Ich trotze

2 dir auf's neu.

O Cret'ſcher Hund, hoffſt dn auf mein Gemahl! Nein, geh ins Spittel, Und hol vom Pokelfaß der Schande dir Den eklen Gey'r von Creſſida's Gezucht, Benannt Doͤrt' Lakenreißer, als Gemahl; Ich habe und behaupt' die quondam Hurtig, Als einz'ge Sie; und Pauca, damit gut.

5(Der Burſch kommt.)

Burſch. Herr Wirth Piſtol, ihr muͤßt zu meinem Herrn kommen, ihr auch, Wirthin: er iſt ſehr krank und will zu Bett. Guter Bardolph, ſteck die Naſe zwi⸗ ſchen ſeine Bettlaken, und thu den Dienſt eines Bett⸗

waͤrmers; wahrhaftig, ihm iſt ſehr ſchlimm⸗

Bard. Fort, du Schelm.

F. Zzurt. Meiner Treu, er wird naͤchſter Tage den Krähen eine fette Mahlzeit geben; der Koͤnig hat ihm das Herz gebrochen. Lieber Mann, komm gleich hach Hauſe.

(Frau Hurtig und Burſch ab.)