Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1825) König Heinrich der Fünfte
Entstehung
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10 Koͤnig Heinrich V. A⸗L.

Ely. Weckt die Erinnrung dieſer tapfern Todten, Mit maͤcht'gem Arm erneuet ihre Thaten. Ihr ſeyd ihr Erb, ihr ſitzt auf ihrem Thron, Das Blut, der Muth rinnt in den Adern euch, Der ſie erhob; mein dreymal maͤcht'ger Fuͤrſt Iſt in dem Mayenmorgen ſeiner Jugend, Zu That und großer Unternehmung reif.

Canterb. Die Herrn der Erde, eure Mitmonarchen,

Erwarten alle, daß ihr euch ermannt, So wie die vor'gen Löwen eures Bluts.

Weſtm. Sie wiſſen, ihr habt S 4 Macht, und Die hat Eur Hoheit auch; kein Koͤnig Englands Hat einen reichern Adel je gehabt, Noch treu're Unterthanen, deren Herzen Die Leiber hier in England heim gelaſſen, Und ſich in Frankreichs Feldern ſchon gelagert.

Canterb. O laßt die Leiber folgen, beſter Fuͤrſt, Gewinnt eu'r Recht mit Blut und Feu'r und Schwert, Wozu wir von der Geiſtlichkeit Eu'r Hoheit Solch eine ſtarke Summ' erheben wollen, 7 Als nie die Kleriſey mit Einem Mal Noch einem eurer Ahnen zugebracht.

R. Heinr. Man muß nicht bloß ſich wider die Franzoſen Zum Angriff ruͤſten, auch zum Widerſtand Die Vorkehrungen gegen Schottland treffen, 330 Das einen Zug ſonſt wider uns wird thun Mit allem Vortheil.

Canterb. Die an den Marken dort, mein 9näd'ger Fuͤrſt, Sind ſtark genug zur Mau'r, das inn're Land Vor Pluͤnderern der Graͤnze zu beſchuͤtzen.

k. Zeinr. Wir meinen nicht die leichten Streifet blos, Die Hauptgewalt des Schotten fuͤrchten wir,* Der ſtets uns truͤgeriſcher Nachbar war. E 27 Denn ihr koͤnnt leſen, daß mein Aeltervater

Mit ſeinen Truppen nie nach Frankreich zog,

Daß nicht der Schott' ins unbewehrte Reich Hereinbrach, wie die Flut in einen Riß

Mit reicher Ueberfuͤlle ſeiner Kraft, 0

Das leere Land mit heißem Angriff plagend, 1 Die Staͤdt' und Burgen mit Belagerung gärtend,.