Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1825) König Heinrich der Fünfte
Entstehung
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Koͤnig Heinrich V. 7 3 weyte S 5 Ein Audienzſaat im Palaſt.

(König Heinrich, Gloſter, Bedford, Exeter, War⸗ wick, Weſtmoreland und Gefolge.)

B. Zeinr. Wo iſt der wuͤrd'ge Herr von Canterbury Epeter. Nicht gegenwaͤrtig. R. HZeinr. Sendet nach ihm, Oheim. Weſim. Mein König ſoll man den Geſandten rufen? R. Zeinr. Noch nicht, mein Vetter; Dinge von Gewicht, Betreffend uns und Frankreich, liegen uns Im Sinne, uͤber die wir Auskunft wuͤnſchen, Eh wir ihn ſprechen. (Der Erzbiſchof von Canterbury und Biſchof von Ely treten auf.) Canterb. Gott ſammt ſeinen Engeln Beſchirme euren heil'gen Thron, und gebe Daß ihr ihn lange ziert, B. Heinr. Wir danken euch. Fahrt fort, wir bitten, mein gelehrter Herr, Erklaͤrt rechtmäßig und gewiſſenhaft, Ob uns das Saliſche Geſetz in Frankreich Von unſerm Anſpruch ausſchließt oder nicht. Und Gott verhuͤte, mein getreuer Herr, Daß ihr die Einſicht drehn und modeln ſolltet, Und ſchlau eur wiſſendes Gemuͤth beſchweren Durch Vortrag eines mißerzeugten Anſpruchs, Deß eigne Farbe nicht zur Wahrheit ſtimmt. Denn, Gott weiß, wie ſo mancher, jetzt geſund, Sein Blut zu deß Bewaͤhrung noch vergießt, Wozu uns Eu'r Hochwuͤrden treiben wird. Darum gebt Acht, wie ihr uns ſelbſt verpfaͤndet, Wie ihr des Krieges ſchluͤmmernd Schwert erweckt, In Gottes en mahn' ich euch: gebt Acht! Denn niemals ſtritten noch zwey ſolche Reiche, Daß nicht viel Blut floß, deß unſchuld'ge Tropfen Ein jeglicher ein Weh und bittre Klage Sind uͤber den, der ſchuldig Schwerter wetzte, Die ſo die kurze Sterblichkeit verheeren. Nach der Beſchwoͤrung ſprecht, mein wuͤrd'ger Herr, Wir wollen's merken, und im Herzen glauben,