A. IV. Sz. 1. Koͤnig Johann. 45
Daß ich die Nacht aufſaͤß und bey euch wachte. Gewiß, ich lieb' euch mehr, als ihr mich liebt.— Zub. Sein Reden nimmt Beſitz von meinem Buſen.— Lies, junger Arthur!(eigt ihm ein Papier⸗ Beyſeit.) Nun, du thoͤricht Waſſer? Du treibſt die unbarmherz'ge Marter aus? Ich muß nur kurz ſeyn, daß Entſchließung nicht Dem Aug' entfalk in weichen Weibesthränen.— Koͤnnt ihrs nicht leſen? iſts nicht gut geſchrieben? Arth. Zu gut zu ſolcher ſchlimmen Abſicht, Hubert. Muͤßt ihr mir ausgluͤh'n meine beyden Augen Mit heißem Eiſen? Zub. Junger Knab', ich muß. Arth. Und wollt ihr? ub. Und ich will⸗ Arth. Habt ihr das Herz? Als euch der Kopf nur ſchmerzte, So band ich euch mein Schnupftuch um die Stirn, Mein beſtes, eine Fuͤrſtin ſtickt' es mir, Und niemals fordert' ichs euch wieder ab; Hielt mit der Hand den Kopf euch Mitternachts, Und wie der Stunde wachſame Minuten, Ermuntert' ich die traͤge Zeit beſtandig, Frug bald: was fehlt euch! und: wo ſitzt der Schmerz? Und bald: was kann ich euch fuͤr Liebes thun?! Manch' armen Mannes Sohn haͤtte ſtill gelegen, Und nicht ein freundlich Wort zu euch geſagt; Doch euer Krankenwaͤrter war ein Prinz. Ihr denkt vielleicht: das war nur ſchlaue Liebe, Und nennt es Liſt? Thut's, wenn ihr wollt; gefaͤllt's Dem Himmel, daß ihr mich mißhandeln muͤßt, So mäßt ihr.— Wollt ihr mir die Augen blenden? Die Augen, die kein einzig Mal euch ſcheel Anſahn, noch anſehn werden? 6 .„Zub. Ich hab's geſchworen, Und ausglüh'n muß ich ſie mit heißem Eiſen. Arth. Ach! niemand thät' es, waͤr' die Zeit nicht eiſern. Das Eiſen ſelbſt, obſchon in rother Glut, Tränk' meine Thraͤnen, dieſen Augen nahend, Und löſchte ſeine feurige Entruͤſtung In dem Erzeugniß meiner Unſchuld ſelbſtz Ja, es verzehrte ſich nachher in Roſt,


