Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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Sz. 1. Johann. 9

Welch eine Fraun⸗Poſt? hat ſie keinen Mann, Der ſich bequemt, das Horn vor ihr zu blaſen? (Lady Faulconbridge und James Gurney treten auf.)

O weh, s iſt meine Mutter. Nun, gute Frau,

Was bringt euch hier ſo eilig an den Hof?

Lady. Wo iſt der Schalk, dein Bruder? ſag' mir, wo? Der außer Othem meine Ehre hetzt.

Baſt. Mein Bruder Robert? alten Roberts Sohn? Colbrand der Rieſe, der gewalt'ge Mann? IFſt es Sir Roberts Sohn, den ihr ſo ſucht?

Lady F. Sir Roberts Ja, nnehrbierger Bube, Sir Roderts Sohn: was höhneſt du Sir Robert? Er iſt Sir Roberts Sohn, du biſt es auch⸗ Baſt. James Gurney, laß ein Weilchen uns allein. Gurn. Empfehl' mich, guter Philipp. Baſt. Philipp? Ein Spatz! James, Hier iſt was los, ſogleich erfaͤhrſt du mehr. (Gurney ab.) Ich bin Sir Roberts Sohn, des alten, nicht: Sir Robert konnte ſeinen Theil an mir Charfreytags eſſen und doch Faſten halten. Sir Robert konnte was; doch grad' heraus! Konnt' er mich zeugen! Nein, das konnt' er nicht, Wir kennen ja ſein Machwerk. Gute Mutter, Sagt alſo, wem verdank' ich dieſe Glieder? Nie half Sir Robert dieſes Bein zu machen.

LadyF. Verſchworſt auch du mit deinem Bruder dich, Der meine Ehr' aus Klugheit ſchutzen ſollte?

Was ſoll dies Hoͤhnen, ungeſchliffner Knecht?

Baſt. Kein Knecht, ein Ritter, meine gute Mutter; Ich hab den Ritterſchlag, hier auf der Schulter. Doch, Mutter, ich bin nicht Sir Roberts Sohn, Sir Robert und mein Erbe gab ich auf,

Ram', ehrliche Geburt, und alles fort: Drum, gute Mutter, nennt mir meinen Vater! Ich hoff, ein feiner Mann; wer war es, Mutter?

Lady F. Haſt du dem Namen Faulconbridge entſagt!

Baſt. Entſagt von Herzen, wie dem Teufel ſelbſt.

Lady F. Dein Vater war Fuͤrſt Richard Loͤwenherz, Durch lange heft'ge Zumuthung verfuͤhrt, Rahm ich ihn auf in meines Gatten Bett.