Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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8 Koͤnig A. 1.

R. Joh. Geh, Faulconbridgel du haſt, was du begehrt; Ein atmer Ritter hat dir Gut beſcheert. Kommt, Mutter! Richard, kommt! Wir muͤſſen eilen Nach Frankreich, Frankreich! denn hier gilt kein Weilen.

Baſt. Bruder leb wohl! das Gluͤck ſey dir geneigt!

Du wurdeſt ja in Ehrbarkeit erzeugt. (Alle ab außer der Baſtard)

Um einen Schritt zur Ehre beſſer nun, Doch ſchlimmer um viel tauſend Schritte Lands. Ich kann ein Grethchen nun zur Dame machen; Habt guten Tag, Sir Richard!Dank Geſell! Und wenn er Jürge heißt, nenn' ich ihn Peter; Denn neugeſchaffner Rang vergißt die Namen; Fuͤr vornehmes Geſpräch waͤrs viel zu höflich, Viel zu geſellig. Dann mein Reiſender, Er und Zahnſtocher an Ihr Gnaden Tafel Und hat mein Rittermagen die Genuͤge, Nun dann ſaug' ich am Zahn, examinire Den zieren Mann in Laͤndern.Theurer Herr So auf den Arm mich ſtuͤtzend, fang⸗ ich an, Ich moͤcht euch bitten, das iſt Frage nun, Und dann kommt Antwort wie ein ABC⸗Buch. D Herr, ſagt Antwort,gänzlich zu Befehl, Wie's euch beliebt, zu euren Dienſten, Hert, Sagt Frage: Nein, ich, beſter Herr, zu euren; Und ſo, eh Antwort weiß, was Frage will Nur Compliment im Zwieſprach ausgenommen Und Schwatzen von den Alpen, Appenninen, Den Pyrenaen und dem Fluſſe Po, Zieht es ſich bis zur Abendmahlzeit hin. Das iſt hochadliche Geſellſchaft nun, Die ſtrebenden Gemäthern ziemt, gleich mir. Denn der iſt nur ein Baſtard⸗Sohn der Zeit, Der nicht den Ton der feinen Bildung hat, (Der bleib' ich freylich, wie ich tonen mag) Und nicht allein in Tracht und Auszierung, Der außern Form der ſichtlichen Vollendung; Nein auch aus innern Gaben zu erzeugen Suͤß, ſuͤßes Gift fuͤr des Zeitalters Gaum. Will ich dieß ſchon nicht uͤben zum Betrug, So will ichs doch, Betrug zu meiden, lernen: Mir ſolls die Stufen der Erhöhung ebnen, Wer kommt in ſolcher Eil? im Reithabit?

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