306 Der Marſchall trat ein.— Was ſehe ich, rief er ſchon von ferne, meine ſchöne Fein⸗ din, bereits in voller Rüſtung, mich zu em⸗ pfangen! Die Kunſt hat viel gethan, aber ſie blieb hinter der Natur zurück.— Er tanzte auf ſie zu, um ihren Anzug zu muſtern.— Und Sie überſehen den Succurs, den ich aus Furcht vor meinem gefährlichen Feinde zu Hülfe gerufen! erwiederte lächelnd das Fräu⸗ lein. Die Gräfin Aubeterre! Der Ba⸗ ron von Montrevel! ſagte ſie, ſich ver⸗ neigend„mit komiſchem Ernſt und präſentirte die Beiden einander.— Mein Gott, Fräulein, liſpelte der Marſchall, Sie rufen fremde Reize zu Hülfe, da ich kaum ihren eigenen, Stand zu halten vermag, und küßte die Hand der Gräfin.— Man kann nicht vorſichtig genug ſeyn, erwiederte das Fräulein mit leiſem
Spott; Montrevel iſt den Damen ſo gefähr⸗
lich, als der Marſchall den Feinden des Königs.— Seht da, wie fein! rief die Grä⸗ fin dazwiſchen. Das nenne ich ein Compli⸗


