Teil eines Werkes 
2. Theil (1829)
Entstehung
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Ausdruck der Mutterliebe auf Chretien haf⸗ ten.Der Tod macht rein von jeder Schuld! rief ſie, das Gefühl der Schaam beſtegend. O, mein Sohn! mein Sohn! fügte ſie hinzu und ſtreckte die Arme gegen ihn aus. Zögernd, mit ungewiſſen Blicken, bald die Kranke, bald die Umſtehenden betrachtend, ſtund der Jüng⸗ ling da. Sie iſt deine Mutter! ſagte Ro⸗ land verſichernd zu ihm. Da ſtuͤrzte er in ihre Arme. Befremdet, doch mit Theilnahme, blickten die Uebrigen auf die Gruppe. Als der Jüngling ſich den Mutterarmen entwand, ſah er Roland fragend an und ſagte: Und du biſt mein Vater? Bei dieſen Worten hüllte die Kranke ihr Geſicht in die Kiſſen. Roland's Stirne wurde finſter, er zog den Jüngling an ſeine Bruſt und ſprach tief be wegt: Frage nicht nach deinem Vater; du haſt keinen mehr. Deine Augen ſahen ihn ſterben! rief das Weib, mit wiederkehrendem Wahnſinn, im Tone der Verzweiflung. Wie? Wos? fragte ungeſtuͤm der Jüngling.