Teil eines Werkes 
2. Theil (1829)
Entstehung
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nen kaum ihren Ohren zu trauen. Fragt nicht, ſagte Roland ruhig; die Zeit iſt da, das Geheimniß zu löſen; und es ſoll geſche⸗ hen, ſobald die heilige Handlung vollzogen iſt. Martignac, Chretien, Antoine und Margot traten als Zeugen an das Kran⸗ kenlager und der Geiſtliche vollzog die Trau⸗ ung. Nachdem ſie vorüber war, knieete Ro⸗ land am Bette nieder; die Kranke beugte ſich zu ihm herab und ſprach im Tone des reinſten Entzückens: So iſt mein letzter Wunſch erfüllt, und glücklicher, als ich verdiene, be⸗ ſitze ich den im Tode, deſſen ich im Leben nicht würdig war! Sie winkte mit der Hand und hüllte ſich in ihre Kiſſen. Roland er⸗ hob ſich, betrachtete einige Augenblicke ſchwei⸗ gend die Dulderin und fragte ſie dann mit ſanfter Stimme: Und willſt du deinen Sohn nicht ſegnen? Langſam erhob ſie das Haupt; auf ihrem Geſichte mahlte ſich eine Miſchung von Schaam und Entzücken; ihre Augen ſchweif⸗ ten über die Umſtehenden und blieben mit dem