Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1828)
Entstehung
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An Hoffnungsloſigkeit aber war bey ihm nun wei⸗ ter nicht zu denken, denn er hatte ja ſeinen Poſtſchein uͤber den richtigen Abgang ſeiner Depeche in Haͤnden, und auf ſeinen Freund konnte er bauen.

Weiter hinaus aber dachte er gar nicht, ſondern hatte Nichts vor Augen als ſeine Freiheit vor allen Dingen wieder zu gewinnen, worauf ſich dann die Rache ſchon finden ſolle, und moͤgte ſie auch erſt nach Jahren moͤglich werden wollen, waͤhrend er den Verrath der Schweſter zugleich im Bruder beſtrafen zu koͤnnen mit

wildem Vergnuͤgen erwog, fuͤr jetzt nur bedacht, jedem Argwohne, jeder ſtrengeren Haft vorzubeugen, eben daher aber entſchloſſen, mit der erdenklichſten Maͤſ⸗ 4 ſigung aufzutreten, die Lebensweiſe anzunehmen, welche 1

die Ausfuͤhrung ſeines Planes erforderte und welche, taͤglich erneut, jeden Argwohn entfernen mußte.

Er beſtellte daher, um allen Anſchein einer beab⸗ ſichtigten Ueberraſchung zu vermeiden, noch an demſel⸗ ben Abende ſpaͤt ſich ein Pferd auf den anderen Mor⸗ gen, ohne daß gleichwohl der junge Graf es erfuhr, da

zer ſonſt zuverlaͤſſig die angeordnete Begleitung abbeſtolle haben wuͤrde.

Waͤhrend daher unſer Barnekow vor dem Schloſſe aufſaß und, den Reitknecht hinter ſich, raſch davon ritt, 1

ſah Jener mit Verdruß von ſeinem Fenſter aus, daß Joſeph und ſein Nizky, ſo hieß der andere Reuter, aus