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ſen ein halber Welttheil einer Familie als eine Art Nadelgeld für ihre menus plaisirs geſchenkt war, das Loſungswort der Freiheit u. ſ. w. Die amerikaniſchen Beſißzungen der Krone Spa⸗ niens wurden als ein von dem leztern Reiche iſolirter und dem Könige eigens und unbedingt angehöriger, ihm geſchenkter Staatskörper für die Rechnung deſſelben nach eigenen Geſeßen, nämlich den leyas de las Indias, vom Rathe der beiden Indien verwaltet. Dieſem aner⸗ kannten Grundſatze zufolge weigerten ſich daher auch die ſüdamerikaniſchen Provinzen und namentlich Carracas, die Re⸗ gierung der oberſten Junta von Sevilla und ſpäter der Cortez anzuerkennen, behauptend, daß ſie bei Erledigung des Thrones in ihre natürlichen Rechte, die der Selbſtbeherrſchung zu⸗ rückkehrten. Wahrſcheinlich jedoch würde dieſe ſchöne Er⸗ klärung erfolglos geblieben ſein, wenn nicht die Grauſam⸗ keit der ſpaniſchen Generale und Oberbeamten das Volk gezwungen hätte, das was ſeine Vertreter ausgeſprochen, auch zu verfechten.
Wo Kinder ſowohl als Erwachſene im Leſen und Schreiben Unterricht erhielten. Der Grund⸗ ſah, daß im Leſen und Schreiben unterrichtete gefährliche Unterthanen ſeien, war ſo gäng und gäbe unter den ſpa⸗ niſchen Generalen und Behörden, daß vorzugsweiſe immer ſolche ihr Racheſchwert traf, ſelbſt wenn ſie nichts verſchul⸗ det hatten. Eine der Depeſchen, die General Morillo aus Bagota erließ(Juni 1816) erwähnt unter andern Maß⸗ regeln, die er genommen, um die Rebellion in der Wurzel auszurotten, auch, daß er alle Perſonen die leſen und ſchrei⸗ ben könnten, als Rebellen behandelte, und daß er durch ihre Vertilgung der Rebellion Einhalt zu thun hoffe. Wirklich wurden ſechshundert der angeſehenſten Perſo⸗ nen von Bagota, Männer, Weiber und Töchter, de⸗ nen auch nicht das mindeſte zur Laſt gelegt werden konnte,


