Noten des dritten Bandes.
Wo der Maestro Platz hat. Der Maestro der Acordada hatte in ſeiner Eigenſchaft als Richter früher zugleich auch Gewalt über Leben und Tod ſeiner Gefange⸗ nen, unabhängig von der Audiencia. Der Mißbrauch wurde endlich ſo groß, daß Conde Galvez, damaliger Vicekönig, dieſer Gerichtsbarkeit ein Ende zu machen genöthigt ward. Er kam nämlich, gerade als der Maestro drei Deliquenten un⸗ ter dem Galgen hatte, auf den Richtplaß, und begnadigte ſie. Carlos III., der damalige König Spaniens, billigte das Verfahren des Vicekönigs und ſeit dieſer Zeit war die Gerichtsbarkeit der Acordada der hohen Audiencia un⸗ terworfen.
Und ſolchen Menſchen das Leben und Ei⸗ genthum der Unterthanen in Amerika anver⸗ traut. Obwohl Beſtechlichkeit ein Grundzug des ſpaniſchen Beamten⸗Charakters war, ſo iſt es doch eben ſo gewiß, daß unter den unmittelbaren Nachfolgern Carls I. dieſe mehr bei dem Rath der beiden Indien ſtattfand, die eigentlich die ungeheuren Summen für die hohen Stellen im ſpaniſchen Amerika empfingen. Unter Carlos IV. trieb jedoch nicht bloß der principe de paz, ſondern auch die Königin, und ſelbſt der König, offenbaren Handel mit den eintraglichen Aem⸗ kern ihrer überſeeiſchen Provinzen.
So ſollte derſelbe Grundſatz, in Jolge deſ⸗


