— 278—
„Aufzuwarten, theurer Ch— l;“ erwiederte jener. „Es iſt eine Herablaſſung von Seiten des Adels. Da jedoch der Regierung in ihrer gegenwärtigen Criſis—“
„So ſehr daran gelegen iſt, ihren moraliſchen Ein⸗ fluß zu verſtärken,“ fuhr der Conde R— a mit demſel⸗ ben feinen Lächeln fort,„und dieß nur durch eine raſche und weite Verzweigung bewirkt werden kann, ſo wollen wir allerdings dieſes Opfer bringen und als Statut auf⸗ nehmen, daß nicht bloß Glieder der hohen Nobilitad ſon⸗ dern auch Caballeros überhaupt, das heißt Blancos und ſelbſt Gachupins aufgenommen werden mögen.”“
„„Selbſt Gachupins,“ lachten alle herzlich vergnügt.
„Und wir ſchlagen vor,“ fuhr der Conde R— a fort,„daß alle die gegenwärtig ſind, als Glieder der Sociedad anerkannt werden, und daß der Marquis de Ch-—l die Statuten derſelben aufſetze, auf daß ihre Con⸗ firmirung ſogleich nachgeſucht werden möge.“
„Bravo! Bravo!“ riefen alle jubelnd; dann ſahen ſie ſich lächelnd ſchlau an, nickten ſich einander beifällig zu, und hielten inne. Die lauten Stimmen wurden zum leiſen Geflüſter, und als ſie ſich wieder lauter erhoben, war der Gegenſtand der Unterhaltung ſo ganz verändert, daß auch kein Wort mehr von Adreſſen oder einer zu conſtituirenden Geſellſchaft zu hören war.
„Alſo unſer theurer Conde Jago iſt für heute nicht mehr zu ſehen,“ hob endlich der Marquis de Mon⸗ cada wieder an.


