Teil eines Werkes 
2. Theil (1835)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

264

Jeſu Maria! jammerten alle.Und wir wun⸗ dern uns, daß Mexiko von Tag zu Tag ärmer wird, daß kaum mehr ein Dublon zu ſehen und das Land voll Leperos iſt? in Mexiko dreißigtauſend, in Puebla zehn⸗ tauſend, in Guanaxuato fünftauſend

Dieſe Ausbrüche des Jammers oder vielmehr ver⸗ ſteckten Ingrimmes wurden durch die Rückkehr des Conde unterbrochen, der ſich unterdeſſen ſeiner vielen und hohen Beſuche am Hausthore entledigt hatte. Seine Erſcheinung brachte die Kavaliere wieder in jene feierlich ernſte Stimmung, die Schüler in Gegenwart ihres Mei⸗ ſters anzunehmen pflegen. Einige Augenblicke hingen ihre Blicke forſchend auf dem Geſichte des Grafen; es war aber nichts in ſeiner Miene zu leſen, als ein zu⸗ friedenes Lächeln, welches zu ſagen ſchien,Wir haben uns verſtanden. Er ſah gleichgültig nach dem Wetter, und ging dann in den gewöhnlichen Converſationston über, in welchen alle ſo bereitwillig einfielen, daß der ſcharffin⸗ nigſte Beobachter ſich vergeblich abgemüht haben würde, irgend eine Spur des ſo eben üser die Bureaukratie des Landes davon getragenen Sieges aus den ariſtokratiſchen Geſichtern herauszufinden.

Wo iſt Don Pinto? fragte der Conde wie ge⸗ legenheitlich.

Der luſtige Bruder, der in dem Hauſe des Grafen eine Art Tiſchfreund war, hatte ſich in der Hitze der De⸗ batten nicht wenig geſchäftig gezeigt. Er hatte Sorge