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gerer Gewandtheit einzulernen angefangen, und in den Ton ihres Führers eingehend, zu der glücklichen Aus⸗ beute des Tages beigetragen. Nun offen und herzlich, wieder verblüfft ſcheinend, nun nach Belehrung wie Kinder dürſtend, wieder naiv und verwundert, hatten un⸗ ſere hochadelichen Grafen und Marquiſe, wechſelweiſe durch ihre nawe Unwiſſenheit, eben ſo den Stolz der Handels⸗ herren, als durch ihre diplomatiſchen Wendungen jene Facta herausgebracht, die der zähe Spanier bisher ganz und allein in ſeinem Gewahrſam behalten hatte, und die begreiflicher Weiſe nicht nur für unſere Cavaliere, ſondern das ganze Reich überhaupt von der größten Wichtigkeit waren; denn obgleich es unter dem hohen Adel Mexiko's allerdings Männer gab, die tiefe Blicke in die Staats⸗
verhältniſſe des Landes gethan hatten, ſo war doch die
Gefahr des Wiſſens ſo groß, und Mittheilung ſo furcht⸗
bar verpönt geweſen, daß es auch der Kühnſte nicht ge⸗
wagt hätte, derlei Aufſchllſſe auch nur in vertrauten Zir⸗ keln von ſich zu geben; denn der Leſer darf nicht vergeſſen, daß er ſich in Mexiko befindet, dem Lande, das ſelbſt zu dieſer Zeit noch eben ſo abgeſchloſſen für jeden ausländi⸗ ſchen Lichtſtrahl war, als es das himmliſche Kaiſerthum bis auf den heutigen Tag iſt, und daß Tod und ewige Kerkerſtrafe den Verwegenen unfehlbar traf, der es wagte über die Verhältniſſe der auf Finſterniß gegründeten Zwangherrſchaft Aufſchluß zu geben. Was daher für uns nur wenig Intereſſe haben kann, war für unſere Ca⸗


