Teil eines Werkes 
2. Theil (1835)
Entstehung
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rade ſo oölivengrün wie eine Madeiraflaſche; er liebte dieſe Flaſchen, und baute ſeinen Wein incognito, ver⸗ ſteht ſich, denn die Spanier hätten ihm die Reben aus⸗ geriſſen, und ihn noch obendrein ins Loch geſetzt; hatte wenige Haare auf dem Scheitel, hatte eine ſo kurze Bettſtelle, ſagte er immer, die ihm alle abgerieben, aber trotz ſeinem Glatzkopf und ſeinen ſechzig Jahren, war er euch ſo rührig, und von einer wahren Rieſen⸗ ſtärke; beinahe immer zu Pferde, der beſte Reiter, hätte zum Lancero*) in den Präſidios getaugt, und es mit den Teufeln der Cumanches aufnehmen können. Und witzig war er euch! wie Pfeffer und Salz floß es von ſeiner Zunge; Tag und Nacht hatte er ſeine Muſikanten bei ſich. Er nannte ſie harmoniſche Geſellſchaft; und eine Harmonie herrſchte unter ihnen, das muß wahr ſein. Sie ſchliefen alle in einem Zimmer, und legten ſich wie es kam untereinander, und der erſte der aufſtand, nahm die Ho⸗ ſen, die ihm zunächſt lagen, und wenn einer die des dicken, runden Cura in die Hände bekam, lachte ſich der Padre halb zu Tode. Brauchten ſie Geld, ſo liefen ſie wieder zum Cura, und wühlten in ſeinen Säcken, bis der letzte Real heraus war. Wenn er am Sonntage nach Hauſe kam, er las immer eine Stunde von Dolores Meſſe in

*) Unſtreitig die beſte Cavallerie der Welt, durch die im⸗

merwährenden Kriege und Scharmützel mit den ſogenannten Bravos(ununterjochten Indianern) unglaublich abgehärtet.