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rief ihm der Jüngling entrüſtet zu, und mit dieſen Wor⸗ ten wandte er ihm den Rücken.
„Bei meiner armen Seele!“ murmelte der Kapitän; „das iſt eine Quantität Stolz, die, wenn vertheilt in eine Million Doſen, noch für jeden Creolen eine hinrei⸗ chende Portion gäbe. Hört aber, junger Senor; alles hat ſeine Zeit, ſagt das Sprichwort. Und noch vor zwei Jahren hätte euer Stolz gegen den Ariero Jago hingehen mögen; aber die Zeiten haben ſich geändert, ſeit ein gewiſſer Cura und Rector Namens Hidalgo los⸗ brach. Gelt, Eure Herrlichkeiten dachten damals nicht, daß der ſechzigjährige Padre noch eine ſolche Hetze ma⸗ chen, und ohne Se. Excellenz, den Virey, oder die groß⸗ mächtige Audiencia zu fragen, losbrechen würde? Ei, die Nobilitad, allezeit der ſehr edle Conde de San Jago ausgenommen— ſie hat wohl Muth in ihren Ter⸗ tulia⸗Salons, und zu Intriguen und Camarilla⸗ Verſchwörungen, aber zum ernſten Losbrechen, da zieht ſie ihre Köpfe aus der Schlinge, und läßt den armen Cura von Dolores anrennen; der verſtand aber den Spaß unrecht, und fieng im Ernſt an. Ja,“ fuhr er lebhafter fort.„Es iſt nun gerade achtzehn Monate, daß der Tanz losging. Hättet ihr ihn geſehen, den kleinen und wieder großen Hidalgo, ihr würdet es nimmer geglaubt haben, daß er der Mann dazu ſein könnte. Ein dickes, kleines, rundes Körperchen, mit einem ſanguiniſchen Lächeln und lebhaften Augen, ge⸗


