Teil eines Werkes 
2. Theil (1835)
Entstehung
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Rahmen zu faſſen. Die Bergrücken ſind in ihrer Mitte mit hohen Eichen und Fichten bewachſen, weiter hinauf mit der Zwergeiche und der Mimoſa, und von ihren Scheiteln herab ſtarren kahle, aller Vegetation entblößte Granit⸗ und Porphyrfelſen, deren ſchwarzbraune, düſtre Maſſen, durch die gräßlichen Schlünde, die auf allen Seiten herabgähnen, noch immer in jener furchtbaren Revolution begriffen zu ſein ſcheinen, die dieſem Lande ſeine merkwürdige Geſtaltung gegeben hat. In den Nie⸗ derungen wird das Auge wieder durch die Mannigfal⸗ tigkeit der exotiſchen Gewächſe und deren prachtvolle Farbenmiſchung entzückt; auf den Abhängen der Berge wogen die herrlichſten Waizen⸗ und Maisfelder, und tie⸗ fer hinab ſtreckt die ſteife Agave ihre Rieſenblätter, gleich ſo vielen Schwertern empor während auf den Seiten dieſer prachtvollen Felder Barrancas*) ſich öffnen, die wunderbar ſchön dem Auge durch den Reichthum der tropiſchen Fruchtbarkeit erſcheinen, die in ihren Schlün⸗ den wuchert, und aus deren ſchattenreichen Tiefen toſende Waldſtröme heraufbrüllen, unſichtbar dem Auge, aber herrlich in ihrer Wirkung; denn jedes Fleckchen, wo ſie vorbeiſtürzen, bringt einen Pflanzenreichthum hervor, den die glühendſte Phantaſie ſchwerlich ſchöner malen könnte. Jede Blume, jeder Strauch iſt von zahlloſen Schling⸗ pflanzen umwoben, deren herrliche Blüthen eine fortlau⸗

*) Abgründe. Siehe Note.