Teil eines Werkes 
1. Theil (1835)
Entstehung
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lauben würden, den Verband zwiſchen beiden Ländern gänzlich aufzulöſen. Merkwürdig genug erklärte ſich je⸗ doch derſelbe aufgeklärte Geiſt gegen eine plötzliche Frei⸗ heitserklärung, und zwar ſo beſtimmt, daß eine bedeu⸗ tende Anzahl ihm wieder ihr Vertrauen zu entziehen an⸗ fing. Vielleicht, daß er, die Schwächen dieſes Volkes einſehend, die Unmöglichkeit vorausſah, die Freiheit, ſelbſt wenn ſie erlangt würde, zu bewahren. Seine Geſinnungen theilten die einflußreichſten und aufgeklär⸗ teſten Mitglieder deſſelben hohen Adels und der höheren Bürgerklaſſen. Doch als dieſe, empört über den ſchnöden Gewaltſtreich, der den beliebten Vizekönig ſo verräthe⸗ riſch gefangen aus dem Lande entführte, zum offenen Bruche Anſtalt machten, zog ſich der vorſichtige Ariſto⸗ krat wieder in ſeine vorige ſcheinbare Unthätigkeit zu⸗ rück, aus der er ſich auch durch die nachher wirklich ausgebrochene Revolution nicht bringen ließ. Unterdeſſen wollten die heller Sehenden, ohngeachtet dieſes ſcheinbaren Rückzuges von der politiſchen Laufbahn, deutlich Spuren ſeiner fortwährenden Thätigkeit bemerkt haben, und wirk⸗ lich waren Symptome einer ſolchen im ganzen Lande zu fühlen, die um ſo auffallender wurden, als die Bedeut⸗ ſamkeit der Hülfsmittel, die dieſem unſichtbaren Agenten zu Gebote ſtanden, und die Wirkſamkeit derſelben, alle Verſuche der Behörde, ſie zu entdecken oder ihnen auf die Spur zu kommen, auf eine Weiſe vereitelte, die dieſe Der Virey I. 17