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Elemente einer Bevölkerung beſchaffen, die nun durch den Kreislauf der Dinge zum Kampfe für ihre Unabhängigkeit in die Bahn zu treten gleichſam bei den Haaren herbei⸗ gezogen werden ſollte, gleich dem Gladiator der mit der letzten Kraft der Verzweiflung die Feſſeln von den blut⸗ rünſtigen Gliedern bricht, und, um dem Kerker zu ent⸗ ſpringen, ſeine Rettung nur in dem Untergange ſeiner Un⸗ terdrücker ſucht.—
Dreihundert Jahre hatte Mexiko Monarchen, die es nie geſehen, gehorcht, ohne auch nur den Gedanken eines Abfalles zu hegen. Zwar hatte der Geiſt der Freiheit, durch die Vereinten Staaten ins Leben gerufen, auch in Mexiko Anklang gefunden; aber dieſer Anklang war ver⸗ hallt, und ein namenloſes Sehnen war Alles, das übrig geblieben war. Das planmäßige uUnterdrückungsſyſtem des Spaniers hatte jeden höhern Aufſchwung erdrückt; der Adel hatte ſich ganz an die Regierung angeſchloſſen, die Mittelklaſſen waren gefolgt, das Volk mußte dieſem Bei⸗ ſpiele gehorchen. Es herrſchte Ruhe, ſelbſt lange nach⸗ dem in den ſüdlichen Kolonien bereits der Aufſtand aus⸗ gebrochen war; dieſe Ruhe war ſelbſt nicht unterbrochen worden, als die Nachricht von der gewaltſamen Beſitz⸗ nahme der Hauptſtadt des Mutterlandes durch ſeine Erb⸗ feinde und der grauſamen Metzelei in derſelben eintra⸗ fen*). Das entrüſtete Mexiko, weit entfernt, die gün⸗
*) Murats Mai 1808.


