— XII—
die die grellſte Phantaſie vergeblich in ihrer ganzen Schreck⸗ lichkeit zu malen ſich abmühen würde; denn ſo wie die⸗ ſes Land von der rieſigen Hand der Natur gleichſam in einer ihrer höhnenden Launen in Trümmer hingeworfen, aus denen ſich ein, obwohl noch immer chaotiſch ausſehen⸗ des Ganze geſtaltet, ſo iſt auch ſeine moraliſche Geſtal⸗ tung, oder vielmehr die ſeiner bürgerlichen Geſellſchaft, glei⸗ chen Schritt gegangen. Keine jener harmoniſchen ver⸗ nunftgemäßen Entwickelungen, die unſer Stolz und zugleich Bürgen unſerer fortſchreitenden Vervollkommnung ſind. Nur Spuren von unerträglicher Unterdrückung, rohen Kämpfen nnd grauſamen Eroberungen, auf denen ein noch grauſamerer Deſpotismus folgte, der wieder durch eine eben ſo grauſame Revolution geſtürzt zu werden beſtimmt iſt.“
„Und doch, wie der denkende Naturforſcher in der phyſiſchen Revolution Zuſammenhang erſchaut, ſo findet auch der ruhige Beſchauer in den moraliſchen Umwälzun⸗ gen Urſache und Wirkung heraus, und vor ſeinem Blicke geſtaltet ſich allmählig das Chaos zum Ganzen und zum Einklang.”
„Noch aber iſt alles Chaos, Zerſtörung, Verwor⸗ renheit, moraliſcher Schutt und Trümmer.“
„Alles was beſtanden, iſt über den Haufen geworfen, vernichtet, zerbrochen, oder kümmerlich zuſammengefügt,


