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kelnden ſchwer arbeitenden Bewegung des Schiffes ewig wechſeln. Er wird bald lichter bald dunkler, er glänzt nun wie ein Pharus in ſtockfinſterer Nacht, wieder tritt er in den Hintergrund gleich der verſchüchtert erbleichen⸗ den Jungfrau. Unſere, und unſerer Umgebungen Blicke ſind ſtarr auf dieſen Punkt gerichtet, deſſen Farbenſpiel
jeden Augenblick wechſelt, um den die Wolken mit jeder
Sekunde phantaſtiſcher, magiſcher tanzen. Nun umfangen ſie ſeinen Nacken wie der Schleier ſich um das Geſicht der züchtigen Jungfrau legt; wieder verſchwinden ſie, und das rieſige Bild tritt bald glänzend hehr in den Vorder⸗ grund— bald verſchämt zart in den Hintergrund, hängt nun als Rieſenſtern in dem Himmel über einen undurch⸗ dringlichen Wolkenſchleier, der den ganzen Rand des Horizonts einnimmt, bald ſteigt er über dieſen als Feuer⸗ ſäule herauf aus dem magiſchen, dunkeln, tauſende von Meilen langen Sockel. Noch iſt das Gewölk über den Himmel zerſtreut, und der Sockel liegt am blauen Wol⸗ kenrande unbeweglich, und ſo weit das Auge reicht, eine todte Maſſe, zwiſchen Himmel und Waſſer. Sie zieht ſich in Schlangenlinien von Norden nach Süden, iſt dunkelblau, grau und grün mit einem rothen Saume über ihrem Scheitel.— Es iſt die Stunde der Morgen⸗ dämmerung, und ihr habt der Einladung des Capitains gefolgt, der ſchweigend mit den übrigen Gefährten auf dem ſchräg abſchüſſigen engen Verdecke ſteht. Selbſt der Matroſe vergißt einen Augenblick Schlaf und Hängematte,


