Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1834)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

445

umhalste ſie wieder, und vergoß ſelbſt zwei Freuden⸗ thränen, eine in jedem Auge. Jemmy nun war nicht weniger gerührt; ſie liebte, wie wir bereits erwähnt, ihren Mann, trotz ihres iriſchen Temperamentes; ihr ge⸗ ſunder Menſchenverſtand ließ ſie auch begreifen, daß Toffel allerdings einige Urſache hatte, mit ihr nicht ganz ſo zufrieden zu ſein, da ſein häusliches Glück durch ihren Trotz ſo ſehr erſchüttert worden war. Sie war daher ſelbſt ein wenig überraſcht, als er ſie nun ſo plötzlich, ſo unerwartet gleichſam mit Liebkoſungen überſchüttete. Eine Zeitlang ertrug ſie dieſe auch mit wahrer chriſtlicher Geduld, ſo wenig ſie ſonſt an derlei unfruktuöſen Zärt⸗ lichkeitsverſchwendungen Gefallen fand, da ſie denn doch mehr das Reelle liebte. ns

Mein Gott! rief er aus, mein Schatz! er hatte ſein Engliſch, wie es ſchien, beinahe rein vergeſſen und wieder ſchlang er ſeine langen Arme um ſie herum.

Jemmy nun war wirklich herzensfroh, ihren Toffel in ſo excellenter Laune zu ſehen. Doch zuviel iſt unge⸗ ſund, ſagt das Sprichwort, und unſerer Jemmy war es, allem Anſcheine nach, ziemlich zuviel; ihr ſchien Tof⸗ fel in ſeinen Liebkoſungen unerſchöpflich zu ſein, ſo daß ſie bereits die Geduld zu verlieren, und ſich nach Toffel dem jüngern zu ſehnen begann, auch zu wiſſen ver⸗

Transatl. Skizzen. 1. 40