— 27—
muth kam ihm daher wie lindernder Balſam auf ſeine tödlich eiternde Wunde.
So war es denn natürlich, daß er ſich von ihr, die er nun für ſeinen Schutzgeiſt anſah, mit Kummer und Schmerzen trennte, und nur die Verſicherung des Squire, daß er für Roſa hafte, und ſie ihm nicht entriſſen wer⸗ den ſolle, konnte ihn bewegen, ſie mit dem Oberſten ge⸗ hen zu laſſen, der ſie ehrerbietig in ſein Haus geladen hatte. Als ſie aber ſchied, da verließ den ſtarren Wil⸗ den ſeine Faſſung auf eine unbegreifliche Weiſe. Er ſtarrte ihr ins Geſicht, als wollte er ſie ſich recht ins Gedächtniß prägen, damit ſie ihm nicht verwechſelt würde. Er umfaßte ſie, ſeine Stimme ſtockte, als er ſeine Hand auf ihr Haupt legte und ſie ſegnete.
Noch rannte er ihr nach, als ſie ſchon aus der Thüre war, umſchlang ſie wieder und ſegnete ſie nochmals. Der junge Häuptling bezeugte ihr ſeine Ehrerbietung auf eine bey dem ſtolzen Indianer nicht minder ſeltene Weiſe. Er begleitete ſie mit dem Oconeemädchen, welches ihren Kleiderbündel trug, und ſeinen beyden Männern bis an die Thürſchwelle.„Die Weißen beugen ſich vor Roſa,“ flüſterte er ihr mit wehmüthig hohler Stimme zu;„ihr Bruder ſtirbt für ſie;“ und ſein Haupt auf ſeine Bruſt neigend ſchwieg er eine Weile, und dann ſchied er. Nach der Trennung von Roſa fielen die beyden Häuptlinge in ihr voriges düſteres ſtarres brütendes Schweigen, aus


