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gehänge überzogene Lehmwände ſich unfern dem neben der Pflanzung hinſchlängelnden Bajou hinzogen.
Ein ſchlanker Wuchs, ein ſehr ſchöner Kopf, der ſich zuweilen etwas ſtolz aufwarf, ein zart kolorirtes Geſicht, deſſen Mienenſpiel weniger leichte Beweglichkeit, als etwas Pikantes errathen ließ, durchdringend blaue Augen, die ſehr zuverſichtlich um ſich blickten, waren die her⸗ vorſtechenden Züge dieſer intereſſanten Geſtalt, die lau⸗ ſchend den Blick auf das Bajou gerichtet ſtand, als ein zweytes Mädchen herangeflogen kam, die, ihren Arm um den Nacken der erſtern werfend, dieſe freundlich auf die marmorne Piazza dem eiſernen Geländer zuzog.
„Aber weißt du ſchon Siſſi?“ ſprach ſie,„daß wir Gäſte haben und zwar allerliebſte Gäſte, ſagte Polli.“
„Zwey Indianerinnen Sq— Squaws,“ verſetzte die Sis, indem ſie ironiſch die ſchönen Lippen verdrehte, gleichſam als fürchte ſie, das ungeſchlachte Wort dürfte ſie ungebührlich erweitern,„du kennſt ja den Hautgout unſers Squire.“
„Nein, nein, Vergy. Pa felbſt hat ſie eingeladen, er ſoll ganz entzückt von ihr geweſen ſeyn. Sie ſchläft noch, aber Polli ſagt, ſie ſoll wunderſchön ſeyn; ſie iſt eben gegangen nach ihr zu ſehen.“
„„Huſh Gabriele!“ entgegnete die etwas ſtolze Schöne der zartern Schweſter, deren arglos heiteres Auge und
blondes Lockenköpfchen einige Sommer weniger in die
liebe Gotteswelt hineingeſchaut haben mochten.„Ich


