Teil eines Werkes 
15. Theil, Das Cajütenbuch oder nationale Charakteristiken : in zwei Theilen : 2. Theil (1847) Nationale Charakteristiken
Entstehung
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kenbett geworfen, vielleicht ein langes Siechthum zu⸗ gezogen haben. Hier brachte uns jeder Tag friſche Entbehrungen, aber auch friſche Kräfte, fröhlichere Lebensgeiſter. Und doch ſchliefen wir Nacht für Nacht unter freiem Himmel, auf feuchter Erde, einmal im ſtärkſten Regen, mehrere Male bis auf die Haut durch⸗ näßt, mit keiner weiteren Nahrung, als Panolas, Maisbrode, ſtark mit Zucker verſetzt, die anfangs etwas ſüßlich fade ſchmecken, bald aber ſehr gut be⸗ hagen. Sie ſind auf weiten Reiſen in Teras, Coha⸗ huila, Santa die allgemeine Nahrung, und haben bei forcirten Märſchen den großen Vortheil, daß ſie leicht verpackt werden, und doch nicht leicht verderben, den Mann nicht nur geſund und kräftig, ſondern auch in einer heitern ja ſüßen, gewiſſermaßen verzucker⸗ ten Stimmung erhalten. Dieſe ſüße wie verzuckerte Stimmung unſerer Leute, wenn ſie nichts als Panolas hatten, ſo wie wieder die leidenſchaftlich gierige ſelbſti⸗ ſche, ja gehäſſige, wenn ſie animaliſche Nahrung ge⸗ noſſen, nahm ich oft die Gelegenheit wahr, auf unſern Hin⸗ und Hermärſchen zu beobachten. Dieſelben Menſchen waren ganz andere, wenn ſie um die Fleiſch⸗ töpfe und Rumbouteillen herum ſaßen, und wieder,