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erſte dunkle Gerücht von einem Unglücke hatte ihre beflügelte Furcht den Namen erpreßt, den ſie im Herzen trug. Ich hatte während meines ganzen Hierſeyns gar nicht an Liebe gedacht; Alles war ſo geſchäftig in dieſem Hauſe, ſo rührig, ſo beweglich! man hatte gar nicht Zeit, auf ſentimentale Gedanken zu kommen,— nun kamen ſie aber doch. Es thut einem achtundzwanzigjährigen Hageſtolz, der ſo viele Körbe bekommen hat,⸗daß er damit einen mäßigen Handel treiben könnte, ſo wohl, ſich im Herzen eines ſiebzehnjährigen Kindes gebettet zu wiſſen! Sie konnte mich beim Frühſtücke gar nicht anſehen; aber dafür ſah ich ſie deſto mehr. Wo waren doch meine Augen? Julie war allerdings zu corpulent für meinen goüt; aber Louiſe— ſie iſt ohne Widerrede ein ganz herrliches Mäͤdchen, ſchlank, mit einer lieb⸗ lichen Taille, nicht zu üppig, nicht zu brettern, Milch und Blut im Geſichtchen, aus dem Schalkheit, Wohl⸗ wollen und Häuslichkeit blicken, ganz vorzüglich ſchöne Hände, und ein Geſtelle!— kurz ich wurde nachden⸗ kend. Muß doch ſehen, wie es zu Hauſe ausſieht; murmelte ich. Lebensbilder a d. weſtl. Hemiſph. I. 18


