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ſein ſolle. Und doch war es ſo. Er ſah ihn nie mehr. Karl Poſtl ging von Karlsbad nach Wien, wo ihm ein Gönner die eben erledigte Stelle eines Hofkaplans zugeſagt haben ſollte. Es war ein Vorwand, um weg⸗ zukommen. Nach einem Beſuch bei jener hochgeſtellten Dame, die er von Prag aus kannte, verſchwand er für immer, man hörte nie mehr eine Silbe von ihm. So erſchütternd und niederſchlagend die Nachricht dieſer Flucht und das ſpätere Verſchollenſein Karl Poſtl's auf die übrige Familie wirkte, beſonders auf die Mutter, deren Liebling er geweſen, ſo kalt ließ es den Vater. Er ſchien ſich nicht über den Verluſt zu härmen, ſprach nie von dem verlorenen Sohn und ſelbſt dann nicht, als er am Ende der dreißiger Jahre ſchwer erkrankte und an die Abfaſſung ſeines Teſtaments ging. Der Alte hatte übrigens noch einen Schlag er⸗ litten. Ein jüngerer Sohn wurde ein Trunkenbold und nahm ein frühzeitiges Ende. Man traf ihn eines Morgens vom Schlag getroffen todt im Bette, neben welchem ſich noch ein Maßkrug Wein befand.
Sealsfield, Die Grabesſchuld. 2


