15
Kittel kleiden müſſen und gleichſam als Exemplare einer ausſterbenden Menagerie im Kloſterhof auf und ab gehen. Im Uebrigen liefern großes Eigenthum an Grund und Boden, zahlreiche Bierbrauereien und der Beſitz der dem Stifte Tepel gehörigen Marienbader Quellen die Mittel und Unterlage einer bequemen und ſattſam materiellen Exiſtenz.
So war und iſt noch heute das Kloſter, in wel— ches Karl Poſtl eintrat. Ein paar Jahre ſpäter wurde er zum Prieſter geweiht und hieß Secretariatsadjunct, bis ihn der Großmeiſter Köhler zum Ordensſecretär ernannte..
In dieſer Eigenſchaft wurde er eines Tages nach Poppitz geſchickt, um die dem Kreuzherrenſtift Pölten⸗ berg gehörigen und dort befindlichen Weinkeller zu vi⸗ ſitiren. Sein Auftreten dem Vater gegenüber, der als herrſchaftlicher Kellermeiſter ihm die Rechnungen vor⸗ zulegen hatte, war ein brüskes und herausforderndes. Er gerirte ſich als Befehlshaber und Vollmachtbeſitzer. Auf ſeinen Ausſpruch, er ſei als Obrigkeit gekommen, ſein Vater müſſe ihm Folge leiſten, gerieth dieſer in die größte Wuth. Seiner Sinne nicht mehr mächtig, ergriff er eine ſchwere Stange und verfolgte ſeinen Sohn, der ſich nur durch eilige Flucht rettete.


